Anfertigung eines PPU-Walzenrades
Manche Reparaturen beginnen mit einer einfachen Frage aus der Werkstatt: Kannst du dieses Teil neu fertigen? Bei einem Walzenrad für eine Präzisionspendeluhr wird daraus ein Stück konzentrierter Uhrmacherei.

Aus Muster wird Maßarbeit
Ausgangspunkt war ein fast baugleiches Werk: Muster, Platinen, Beisatzrad und Gegengesperrhebel lagen vor. Teilkreisdurchmesser und Zahnzahl waren damit bekannt, der passende Fräser schnell gefunden. Nach Probefräsungen mit 20 Zähnen zeigte sich: Der Eingriff lief auf Anhieb sauber.
Die Walze selbst war die eigentliche Herausforderung. Die Steigung wurde mit einer Gewindelehre bestimmt, anschließend wurden an der Schaublin 102 VM die passenden Wechselräder eingerichtet. Für die Rille kam ein Wendeplattenstahl mit passender Rundung zum Einsatz.
Nach etwas Übung entstand eine saubere Oberfläche. Erst danach wurde das volle Material ausgedreht.
Historischer Kontext
Das Werk der PPU ist signiert A. Lange & Söhne, Glashütte i.S.; die Konstruktion stammt von Moritz Grossmann. Die Uhr besitzt eine Grahamhemmung in gestürzter Bauweise, das Walzenrad liegt oben. Genau solche Details machen den Reiz und die Verantwortung dieser Arbeit aus.


