10-PUNKTE SYSTEM

Wie Sie das Alter einer Uhr bestimmen

  1. Alle 10 Punkte im Vergleich mit der antiken Uhr überprüfen und bei Übereinstimmung die linke und rechte Jahreszahl notieren.
  2. Die 9 ältesten der linken und 9 jüngsten der rechten Zahlen streichen. Zwischen der linken und rechten verbliebenen Jahreszahl liegt das ermittelte Alter der überprüften Uhr.

Um die Übersichtlichkeit der 10-Punkte-Tabelle zu gewährleisten, wurden technische Merkmale ohne klaren Bezug zum Herstellungszeitraum oder sehr seltene Sonderfälle bewusst weggelassen. Bei ausgefallenen Hemmungen, besonderen Komplikationen oder späteren Umbauten ist eine fachkundige Begutachtung sinnvoll.

10-Punkte-System

Taschenuhren

Die folgenden Merkmale helfen, den Herstellungszeitraum einer Taschenuhr einzugrenzen.

1

Aufzug

Schlüsselaufzug
vor 1700 - 1885
Kronenaufzug und seitl. Drücker
1850 - 1930
Kronenaufzug ohne seitl. Drücker
1890 - heute
2

Bügelform (wenn Kronenaufzug)

rund
1850 - 1910
oval
1890 - heute
eckig
1910 - heute
3

Hemmung

Spindelhemmung
vor 1700 - 1845
Cylinderhemmung
1790 - 1925
Stiftankerhemmung
1870 - 1975
Chronometerhemmung
1775 - 1915
Spitzzahn-Ankerhemmung
1800 - 1900
Kolbenzahn-Ankerhemmung (gerader Anker)
1840 - 1900
Schweizer-Kolbenzahn-Ankerhemmung
1855 - heute
Glashütter-Kolbenzahn-Ankerhemmung
1850 - 1945
4

Unruh (in Verbindung mit Steinanker)

Unruhreif ohne Schrauben
1840 - 1885
Kompensations-Unruh, Bimetall
1820 - 1945
Monometall-Unruh mit Schrauben
1875 - 1970
Unruhreif ohne Schrauben (stoßgesichert)
1965 - heute
5

Spirale (in Verbindung mit Steinanker)

Breguet-Spirale (blau)
1820 - 1945
Breguet-Spirale (weiß)
1920 - 1955
Flachspirale (weiß)
1920 - heute
6

Zeiger

nur Stundenzeiger
vor 1700 - 1725
nur Stunden- und Minutenzeiger (Spindeluhren bis 1845)
1700 - 1775
Stunden-, Minuten- und Sekundenzeiger (üblich nach 1800)
1750 - heute
Zeiger sehr fein, fadenförmig
1830 - 1880
7

Zifferblatt

Relief-Metallblatt, Stundenzahlenring oder 12-Std.-Email-Kartuschen
vor 1700 - 1725
Relief-Metallblatt, Stundenzahlenring und Minuterie 5, 10, 15 usw. bis 60
1700 - 1800
Metall-Zifferblatt, graviert
1775 - 1875
Metall-Zifferblatt, versilbert oder vergoldet, ohne Gravur
1905 - 1945
Metall-Zifferblatt, lackiert
1940 - heute
volles Emailblatt, stark gewölbt
1720 - 1810
volles Emailblatt, schwach gewölbt
1800 - 1835
volles Emailblatt, flach
1825 - 1945
volles Emailblatt, vertiefte Blattmitte
1875 - 1925
farbiges Emailblatt mit Blumenmalerei oder/und Gold-Minutenpunkten
1875 - 1915
Leuchtmasse
1915 - heute
8

Ziffern

römische Ziffern (ohne Minuten)
vor 1700 - 1725
Relief-Metallblatt, röm. Stundenzahlen und arab. Minutenzahlen 5, 10, 15 usw. bis 60
1700 - 1800
volles Emailblatt mit röm. Stundenzahlen und arab. Minutenzahlen 5, 10, 15 usw. bis 60
1725 - 1800
volles Emailblatt mit Min.-Strichen, Stundenzahlen (oder dazu arab. Min.-Zahlen 5, 15, 45, 60)
1775 - 1830
volles Emailblatt mit senkrecht gestellten römischen Stundenzahlen
1785 - 1815
feine fadenförmige röm. Stundenzahlen u. kleine arab. Minutenzahlen 5, 10, 15 usw. bis 60
1830 - 1880
römische, normal proportionierte Stundenzahlen
1875 - 1900
volles Emailblatt, flach, arabische Stundenzahlen
1895 - heute
rote Stundenzahlen 13, 14, 15 usw. bis 24
1900 - 1925
9

Uhrsteine

eingefaßt
1700 - 1945
eingepreßt
1925 - heute
Stoßsicherung
1945 - heute
10

Spezialwerke

Taschenstoppuhr
1825 - heute
Taschenchronograph
1875 - heute
Repetierwerk auf Glocke
vor 1700 - 1820
Repetierwerk auf Tonfedern
1780 - 1940

Quelle: Bernhard Schmeltzer, schmeltzer-antik.de. Die Datierung ersetzt keine fachkundige Begutachtung bei Umbauten, Komplikationen oder seltenen Hemmungen.